Am Dienstag, 8. April haben wir euch in einem ersten Teil von den vielfältigen Gründen berichtet, warum Männer käuflichen Sex anbieten und welche Arbeitsbedingungen es gibt. Im heutigen zweiten Teil informiert Manuel Hurschmann, Diplom-Sozialpädagoge und Leiter beim Stricherprojekt „Nachtfalke“ der Essener Aidshilfe, einführend über Armutsprostitution. Diesen Aspekt werden wir in den kommenden Woche noch einmal aufführlicher thematisieren.
Sex4Cash: ‚Lieber gehe ich anschaffen, als das ich einen Bruch machen muss.‘ (Foto: Fotolia)
Bei der anderen Seite beim käuflichen Sex – der Armutsprostitution – werden auch die Angebote unserer Einrichtung „Nachtfalke“ besonders häufig in Anspruch genommen: Da sind die ohne geregelten Aufenthaltsstatus in Deutschland. Sie haben keinen Anspruch auf Sozialleistungen und für sie gibt es nur wenige Möglichkeiten, an Geld zu kommen. Oder Männer mit einer Suchtproblematik: So sagte mal einer zu mir „lieber gehe ich anschaffen, als das ich einen Bruch machen muss“ – hier wird der verkaufte Sex zu einer legalen Alternative der Geldbeschaffung. Dann sind da diejenigen, die ihren Lebensmittelpunkt auf der Straße haben und sich für einen Schlafplatz prostituieren. Im Bereich der sogenannten Armutsprostitution treffen wir oft die Menschen an, die mit ihren Problemlagen durch alle Netze fallen – entweder weil sie aufgrund ihrer Herkunft keinen Anspruch darauf haben oder weil sie in bestehende Angebote nicht rein passen. Letzteres ist besonders oft dann der Fall, wenn sich Problemlagen wie eine Sucht und eine psychische Erkrankung addieren. Und wer auf der Straße lebt, für den ist es oft naheliegender anschaffen zu gehen, als morgens um acht Uhr mit perfekt ausgefüllten Antragsformularen beim JobCenter vorzusprechen und Sozialleistungen zu beantragen. Angebahnt wird vielfach in Kneipen oder auf der Straße, wobei nicht immer der Anbieter den ersten Schritt macht und potenzielle Kunden anspricht, sondern auch mal umgekehrt. So kann es dann auch mal zu Missverständnissen kommen, wenn jemanden Geld angeboten wird, obwohl er gar kein Sex für Geld anbietet. Die Arbeitsbedingungen in diesem Bereich der Prostitution sind in der Regel mäßig bis schlecht, der Sex findet nur im Idealfall in den vier Wänden einer Wohnung oder eines Hotelzimmers
Auch eine Motivation: ‚Ich habe Spass am Sex, warum sollte ich nicht auch Geld damit verdienen?‘ (Foto: Fotolia)
statt, ansonsten passiert es auf dem Klo einer Stricherkneipe, im Auto oder sonst wo. Sexarbeit kann folglich mit schlechten Arbeitsbedingungen einhergehen und aus einem Mangel an geeigneten Alternativen erfolgen – was übrigens auch auf viele andere Arbeitsfelder zutrifft.
Neben dem Geldverdienen gibt noch ganz andere Anreize, käuflichen Sex anzubieten. Zunächst bedeutet für viele Sexarbeit einen Zugewinn an Selbstwert. Es gibt auch Anbieter, die sich ihre homosexuellen Gefühlsanteile nicht eingestehen können und dann sagen: „Das mache ich gegen Geld, das ist was anderes.“ Andere hingegen sagen: „Lieber gehe ich in Deutschland anschaffen, als dass ich in meinem Heimatland aufgrund meiner Homosexualität diskriminiert werde.“ Aber auch Aussagen wie „Ich habe Spaß am Sex, warum sollte ich nicht auch Geld damit verdienen?“ stellen Motive dar. Zu dem Statement eines jungen Mannes „Ich habe keinen Spaß mehr am Sex, wenn ich nicht dafür bezahlt werde“ kann man natürlich die ein oder andere kritische Frage stellen, genauso sollte man sich aber auch überlegen, ob man nicht Menschen kennt, die sagen, dass sie niemals Sexualität genussvoll erleben könnten, wenn Geld im Spiel ist.
Wir wünschen uns vor allem, dass den Anbietern von käuflichem Sex mit Respekt begegnet wird – ganz gleich aus welchen Gründen sie Sex 4 Cash anbieten.
Manuel Hurschmann ist Diplom-Sozialpädagoge und leitet das Stricherprojekt „Nachtfalke“ der Essener Aidshilfe. Er erzählt uns von den vielfältigen Gründen, warum Männer käuflichen Sex anbieten sowie von den Arbeitsbedingungen der Anbieter, die sehr unterschiedlich sein können.
Sex4Cash findet nicht immer im Bett oder in einer Wohnung statt. (Foto: Fotolia)
Wenn es darum geht, dass sich Menschen prostituieren, reagieren viele mit Gefühlen, wie Befangenheit und Ablehnung. Dass es aber auch ein anerkannter Beruf ist, vergessen viele – auch wenn sicherlich nicht jeder Anbieter diese Möglichkeit für sich nutzt. Und genauso wie bei jedem anderen Beruf auch, gibt es eine Vielzahl von höchst individuellen Motiven, die einen Mann dazu bewegen, in der Sexarbeit tätig zu werden. Im Umkehrschluss bedeutet das allerdings nicht, dass auch jeder Anbieter den käuflichen Sex zu seinem Beruf erklärt. Denn es gibt viele, die darin nur eine Form der Überlebensstrategie sehen oder es als Möglichkeit zur Verbesserung ihrer Lebenssituation definieren. Es wird also deutlich, dass es sich beim Thema käuflicher Sex um ein breites Spektrum handelt, das ich nachfolgend darzustellen versuche.
Der wohl häufigste Ort der Anbahnung ist das Internet. Hierfür braucht es allerdings zwei Voraussetzungen, die erst einmal simpel klingen: Den Zugang zum Netz und die Fähigkeit zur schriftlichen Kommunikation. In einigen Fällen übernehmen aber auch andere die Kommunikation mit dem Kunden, das ist zum Beispiel der Fall, wenn in einer Agentur gearbeitet wird. Manche Agenturen funktionieren wie ein Bordell und haben eigene Zimmer, andere besuchen ihre Kunden nur im Hotel beziehungsweise zuhause. Wer dort arbeitet, macht das schon recht professionell und eher auch regelmäßig.
Bei den sogenannten Gelegenheitsprostituierten ist das – wie der Name schon sagt – weniger der Fall. Sie nutzen entweder ihr normales User-Profil auf den blauen Seiten oder haben ein Escortprofil, reagieren auf Anfragen von Kunden oder schreiben selber welche an. Sie nutzen das oft, um sich etwas dazu zu verdienen. Das so verdiente Geld wird für vielfältige Zwecke genutzt: das reicht vom Kauf von Suchtmitteln, geht über das Anschaffen der neuesten Designerklamotte und geht bis hin zur Optimierung des BAföG.
Prostitution ist in Deutschland legal. (Foto: Fotolia)
Und natürlich gibt es eine Vielzahl von sehr professionell arbeitenden Anbietern, die sich nie als Stricher, sondern immer als Escort bezeichnen würden und nicht an eine Agentur angebunden sind. Einige sind haupt- andere nebenberuflich tätig. Sie verfügen in der Regel ebenfalls über ein entsprechendes „Anbahnungs-Profil“. Unter ihnen findet man auch oft Anbieter im fortgeschrittenen Alter. Gerade die älteren Anbieter spezialisieren sich häufig auf spezifische Sexpraktiken. Manche bezeichnen genau das als ihren Traumberuf. Sie arbeiten entweder in eigenen Studios oder suchen die Kunden zuhause beziehungsweise im Hotel auf. Professionalisierung kann soweit reichen, die eigene Steuernummer in seinem Profiltext anzugeben. Ein professioneller Escort zeichnet sich dadurch aus, dass er sehr genaue Vorstellungen vom Umfang und den Grenzen seiner Angebote hat – eben das, was eine echte Dienstleistung ausmacht.
Es gibt aber auch noch eine andere Seite beim käuflichen Sex: die Armutsprostitution. Mehr dazu im nächsten Blogbeitrag, in den kommenden Tagen.
Am Anfang steht die Hoffnung auf ein besseres Leben. Doch für etliche Migranten und Flüchtlinge bleibt am Ende nur der Strich, um Geld zu verdienen.
Warum viele Stricher in Deutschland auf dem Strich landen
Im Grunde ist es nur ein alter, schnulziger Schlager. Doch in dieser Bar mit ihrem etwas in die Jahre gekommenen kitschigen Dekor klingt Conny Froboes’ Lied über die Sehnsucht der „Zwei kleinen Italiener“ mit einem Male erstaunlich aktuell. Radu* und Petre* fällt das allerdings nicht auf. Für sie ist das Lied nur eine fremdklingende Kneipen-beschallung; um den Text zu verstehen sind ihre Deutschkenntnisse viel zu dürftig.
Wenn Petre etwas nicht versteht, überspielt er die Situation mit einem jovialen „Mein Freund!“ und schlägt kumpelhaft auf die Schulter seines Gegenübers. Manchmal kann Radu auch etwas dolmetschen. Er radebrecht dann in einem abenteuerlichen Mix aus rumänisch, deutsch und englisch sowie ausholender Gesten. Tiefschürfende Gespräche sind damit nicht zuführen, aber es reicht aus, um mit den Freiern das Notwendige zu verhandeln. An diesem Abend aber sehen die Geschäfte eher schlecht aus. In der „Blue Boy Bar“, einem traditionsreichen Berliner Stricherlokal im Schöneberger Schwulenkiez, übersteigt das Angebot deutlich die Nachfrage. Petre ist in die Offensive gegangen, hat einem Gast erst lange angeflirtet und mittlerweile lässig den Arm um dessen Hals gelegt.
In jeder deutschen Metropole gibt es Jungs, die anschaffen gehen. Bundesweit dürften es mehrere tausend sein.
Zwischen Hoffnung und Armut: Der Weg auf den Strich
Petre und Radu, beide Anfang Zwanzig, sind vor knapp einem Jahr aus einer rumänischen Kleinstadt nach Deutschland gekommen. Was sie an Geld besaßen, hätten sie ins Bahnticket investiert, erzählt Radu. Aber irgendwie sei dann doch alles ganz anders gekommen, als sie es sich ausgemalt hatten. Dass er mit seinem besten Jugendfreund hier nun anschaffen gehen würde, stand jedenfalls nicht auf dem Plan. Petres neuer Bekannter ist derweil auf Tuchfühlung gegangen und erkundet mit seiner Hand den Körper des jungen Mannes unter dem enganliegenden T-Shirt Ob es zu einem Handel kommt, ist noch offen. Radu beobachtet seinen Freund amüsiert dabei und lässt zugleich unruhig seinen Blick durchs Lokal schweifen. Die Chancen, die Nacht im Bett eines Freiers zu verbringen, sinken zunehmend. Radu wird womöglich bald weiterziehen, in der Hoffnung in den Stricherkneipen um die Ecke mehr Erfolg zu haben.
„Freierfreie Zone“ in den Stricherprojekten
Jungs wie Radu und Petre gibt es in jeder deutschen Metropole. In München und Hamburg schätzt man ihrer Zahl auf jeweils über 500, bundesweit dürften es mehrere Tausend sein. Und was die modische Kleidung und das gepflegte Erscheinungsbild der Jungs, wie sie in der Blue Boy Bar anzutreffen sind, nicht vermuten ließe: Der Großteil von ihnen ist obdachlos. Wenn sie nicht bei Kumpels oder Freiern schlafen können, bleibt nur die Parkbank – oder Stricherprojekte wie KISS in Frankfurt, Subway in Berlin oder das BASIS-Projekt in Hamburg.
Derzeit sind es mehrheitlich Rumänen und Bulgaren, die auf dem Strich gehen, um Geld zum Leben zu verdienen.
Das Subway ist nur wenige Gehminuten von der „Blue Boy Bar“ entfernt. Wenn dort um zehn Uhr morgens die Pforten geöffnet werden, stehen die ersten jungen Männer bereits vor der Tür: übernächtigt, erschöpft und manchmal durchgefroren. Acht Bettstellen bietet das Subway, wo sich die Jungs ausschlafen können. Andere kommen im Laufe des Tages, um hier zu duschen, etwas Warmes zu essen, mit anderen zu reden, Tischtennis zu spielen oder ihre Wäsche zu waschen.
Stricherprojekte als Schutzraum für junge Männer
„Freierfreie Zone“ nennt Helmut Wanner das. Für die meisten ist die der einzige Ort, an dem sie sich weder belästigt, ausgegrenzt oder kontrolliert fühlen müssen. Vor ein paar Jahren waren es mehrheitlich Kosovo-Albaner, die auf der Suche nach einem besseren, anderen Leben nach Deutschland gekommen waren und auf dem Strich gelandet sind. Derzeit machen Rumänen und Bulgaren rund 90 Prozent der Männer aus, die das Hilfs- und Beratungsangebot nutzen, berichtet Projektmitarbeiter Stefan Schröder. Saskia Reichenecker vom Stuttgarter Café Strichpunkt, das ein ähnliches Konzept wie Subway verfolgt, begegnet bei ihren Streetwork-Einsätzen in der Szene derzeit hingegen zunehmend Männern aus nordafrikanischen und arabischen Staaten. Viele von ihnen sind Flüchtlinge und stecken in langwierigen Asylverfahren. Anderen wurde der Antrag bereits abgelehnt und sie leben nun illegal hier. Weil sie keiner legalen Arbeit nachgehen können, bleibe vielen von ihnen oft nur der Weg in die Kriminalität und ins Drogenmilieu oder auf den Strich zu gehen.
Warum viele Stricher im Verborgenen leben
Da in arabisch-muslimisch geprägten Ländern nicht nur Homosexualität, sondern auch Prostitution verboten ist, ist für die Sozialarbeiter vom Café Strich-Punkt der Zugang zu diesen Männern besonders schwer. Selbst ihren besten Freunden wagen sie nicht zu erzählen, wie sie sich über Wasser halten. Dieses Schicksal teilen sie mit den Jungs und Männern aus Roma-Familien, in deren Kultur jegliche Form von Schwulsein tabuisiert, ja nicht einmal existent ist. Sie alle kommen nach Westeuropa, in der Hoffnung auf ein Leben, das nur besser werden kann, als jenes, das sie hinter sich lassen. Doch dieser Traum zerplatzt meist schnell. Die erhofften Jobs auf dem Bau oder als Reinigungskraft gibt es nicht oder nur für einen Hungerlohn. Der Strich ist dann manchmal die letzte Möglichkeit, sich durchzuschlagen. Dabei sind die Preise für diese Sexdienste in den vergangenen Jahren aufgrund des hohen Angebots immer weiter gefallen. Ein Teufelskreis.
Weil viele als Flüchtlinge noch in Asylverfahren stecken und nicht legal arbeiten dürfen, verdienen etliche Geld auf dem Strich.
Das Leben auf dem Strich hinterlässt oft seine Spuren
Den Absprung in ein bürgerliches Leben mit einem richtigen Job schaffen nur die wenigsten. Während Escorts in der Regel mit Eigenverantwortung und selbstbewusster schwuler Identität der Sexarbeit nachgehen, bieten diese Männer ihre Dienste aus der puren Not heraus an. Manche verstehen sich als heterosexuell, haben vielleicht sogar Frau und Kind. Andere haben bislang nicht die Chance gehabt, sich frei von Zwang und Not ihren eigentlichen sexuellen Wünschen und Bedürfnissen bewusst zu werden. Das Leben auf dem Strich bleibt nicht folgenlos. Bei vielen der Männer, die in diese für sie kaum entrinnbare Sackgasse geraten sind, führt die permanente Verstörung, der Ekel und der daraus resultierende Selbsthass zu Spiel- und Drogensucht, Alkoholismus, autoaggressivem Verhalten und anderen psychischen Störungen. Das Leben auf der Straße – und ohne Krankenversicherung – zeigt auch gesundheitliche Folgen. Projekte wie Subway versuchen, nicht zuletzt auch mit Hilfe von Sprachvermittlern aus den Herkunftsländern der Männer, Vertrauen aufzubauen, Gespräche und Hilfe in Notsituationen anzubieten. Dazu gehört auch die Aufklärung über sexuell übertragbare Krankheiten und Safer Sex. Manchmal sei nicht einmal ein Grundwissen dazu vorauszusetzen, erklärt Wanner.
„Dass seit Jahresanfang nun auch für Rumänen und Bulgaren europaweit die volle Arbeitnehmerfreizügigkeit gilt, bietet zumindest einen Ausweg: Prostitution bleibt nun nicht mehr zwangsläufig die einzige Möglichkeit, Geld zu verdienen, wir können sie auch in legale Arbeit vermitteln“, sagt Saskia Reichenecker. Zumindest theoretisch. Denn in der Realität, weiß Helmut Wanner aus Erfahrung, bietet der Arbeitsmarkt für diese Männer, die in der Regel keinerlei Berufsausbildung haben und häufig sogar Analphabeten sind, so gut wie keine niedrigschwelligen Arbeitsgelegenheiten.
*Namen geändert
FAQ über Stricher in Deutschland
Warum landen junge Männer auf dem Strich, welche Risiken gibt es und welche Hilfe bieten Stricherprojekte? Hier findest du Antworten auf zentrale Fragen rund um Armut, Migration, Sexarbeit und Unterstützung in Deutschland.
Warum landen viele Stricher in Deutschland auf dem Strich?
Viele Stricher in Deutschland verkaufen Sex nicht aus freier Entscheidung, sondern aus purer Not. Armut, Obdachlosigkeit, fehlende Arbeitserlaubnis und mangelnde Perspektiven führen dazu, dass der Strich für manche zur letzten Möglichkeit wird, Geld zu verdienen.
Wer ist besonders häufig von dem Leben als Stricher betroffen?
Besonders häufig betroffen sind Migranten, Geflüchtete und junge obdachlose Männer. Viele von ihnen kommen mit der Hoffnung auf ein besseres Leben nach Deutschland, finden aber keinen Zugang zu legaler Arbeit und geraten dadurch in prekäre Lebenssituationen.
Welche Folgen hat das Leben auf dem Strich für Stricher?
Das Leben auf dem Strich kann schwere psychische und körperliche Folgen haben. Viele Stricher erleben Ausgrenzung, Stress, Angst, Selbsthass, Suchtprobleme und gesundheitliche Risiken. Hinzu kommen oft fehlende medizinische Versorgung und unsichere Lebensverhältnisse.
Welche Hilfe gibt es für Stricher in Deutschland?
In mehreren deutschen Städten gibt es Hilfsangebote und Stricherprojekte, die Schutz, Beratung und Unterstützung bieten. Dort können Betroffene schlafen, duschen, essen, Kleidung waschen, Gespräche führen und Hilfe in Notsituationen erhalten. Auch Aufklärung über Safer Sex und gesundheitliche Risiken gehört dazu.
Gibt es Wege raus aus dem Strich?
Ein Ausstieg ist möglich, aber oft sehr schwer. Fehlende Ausbildung, Sprachbarrieren, Armut und unsichere Aufenthaltsverhältnisse erschweren den Weg in ein stabiles Leben. Umso wichtiger sind Hilfsprojekte, die Stricher bei der Vermittlung in legale Arbeit, bei Behördenkontakten und im Alltag unterstützen.