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  • Pornokonsum: Wie viel Porno ist ungesund – wie schädlich sind Pornos?

    Pornokonsum: Wie viel Porno ist ungesund – wie schädlich sind Pornos?

    Harte Zeiten für Sexfilmfans.

    Wissenschaftler warnen vor Nebenwirkungen.

    Wieviel Porno ist ungesund?

    Machen Pornos tatsächlich impotent und abhängig?

    Ein Bericht über die richtige Dosis und überraschende Gemeinsamkeiten zwischen Teenagern und Häftlingen.

    Schlechte Nachrichten aus Großbritannien. Nach dem Brexit droht der Sexit: Immer mehr junge Briten kriegen keinen mehr hoch, warnte die Psychotherapeutin Angela Gregory von den Nottingham University Hospitals im August 2016. Auslöser sollen ausgerechnet die Filme sein, die viele Männer erst so richtig heiß machen. Pornos – so befürchtet Angela Gregory – verursachen Impotenz, oder medizinisch korrekt: erektile Dysfunktion. Immer mehr männliche Teenager und Mitzwanziger kommen in Gregorys Praxis und klagen über Flaute im Bett, ein Leiden, das bisher erst im hohen Alter auftrat. „Inzwischen frage ich als erstes nach den Porno- und Masturbationsgewohnheiten“, erklärte Gregory auf BBC Newsbeat. „Sie können der Grund sein, warum diese jungen Männer keine Erektion aufrechterhalten können, wenn sie mit einem Partner zusammen sind.“

    Porno und Pornokonsum: Wie oft wird geschaut?

    Sollte an der strammen These etwas dran sein, sieht es schlecht aus für schwule Männer. Pornogucken gehört für sie zum Alltag. Das belegt eine Umfrage, die das schwule Gesundheitsmagazin FS im Sommer veröffentlicht hat, passenderweise in England. Die Ergebnisse sind nicht repräsentativ, aber liefern Hinweise, wie selbstverständlich Schwule Pornografie konsumieren. 52 Prozent der Befragten gönnen sich mehrmals pro Woche Sexvideos. Ein knappes Drittel klickt sogar täglich auf Redtube & Co. Die allermeisten bleiben höchstens eine halbe Stunde dran. Nur 7 Prozent gucken mehr als 60 Minuten am Stück. Der größte Unterschied zur letzten Erhebung: 60 Prozent der User gucken Pornos mittlerweile auf dem Handy. 2012 war es nur ein Viertel. Das bedeutet: Pornos sind noch leichter verfügbar.

    Porno ist die natürlichste Sache der Welt

    Auch Hannes aus Hamburg schaut regelmäßig und hat bisher keine gesundheitlichen Nebenwirkungen bemerkt. Im Gegenteil: „Porno ist die natürlichste Sache der Welt“, sagt der 51-Jährige. Drei- bis viermal die Woche schaut er Pornos – auf Handy oder Tablet, seltener auf DVD. „Das kann schon mal ne Stunde gehen“, berichtet Hannes. „Ich gucke sehr bewusst und genieße das.“ In seinem Lieblingsgenre treffen Männer und Frauen aufeinander. Weil mehr Männer beteiligt sind, ficken sie sich gegenseitig. „Ich habe eine Tendenz zu etwas dominanteren Videos, wo eine Person benutzt wird“, gesteht Hannes. Dabei unterscheidet der Freiberufler klar zwischen Fick und Fiktion: Echte Sexerlebnissen und Pornos sind für ihn grundverschiedene Dinge. „Natürlich sind die Pornos unterbewusst in mir drin, aber ich spiele keine Szenen nach. Wenn ich Sex habe, ist der total von der Situation und von meinem Gegenüber abhängig. Das ist oft sehr überraschend.“

    Pornokonsum: Wo endet der Genuss und ab wann beginnt die pornosucht?

    Auch Marcus Behrens hält Pornos für gesundheitlich unbedenklich. Der Diplom-Psychologe arbeitet unter anderem für das Mann-O-Meter, einem Berliner Informationszentrum für schwule Männer. „Pornografie und Sex sind erst einmal jedermanns Privatsache“, betont der 48-Jährige. „Wenn es für mich d’accord ist und ich niemanden schädige, dann ist das kein psychisches Problem – und es geht auch niemanden sonst etwas an.“

    Bisher zumindest verursachen Pornos keinerlei Beschwerden bei den Männern, die im Mann-O-Meter um Rat fragen. Wenn sie überhaupt zur Sprache kommen, dann in Verbindung mit einer sogenannten Onlinesucht. „Einige unserer Klienten haben das Gefühl: Ich kriege den Kopf nicht mehr aus dem Rechner raus“, berichtet Marcus Behrens. „Das geht bei Facebook los und hört bei Gayromeo nicht auf.“ Die Zahl der Fälle habe aber in den vergangenen zehn Jahren nicht zugenommen – trotz Smartphone und Flatrate.

    Wo endet der Genuss, und wo beginnt die Sucht? Eine klare Grenze lässt sich auch beim Pornokonsum nur schwer ziehen. „Ein mögliches Anzeichen ist, wenn ich mir ohne Pornos keinen mehr runterholen kann.“

    Symbolbild für Pornokonsum: Männer in intimer Sauna-Szene – Nähe, Sexualität und mögliche Abhängigkeit im Kontext schwuler Sexualität.

    Pornokonsum im Check: Ab wann wird Porno Sucht und schadet im Alltag?

    Auch wenn es im Beratungsalltag von Marcus Behrens selten vorkommt: Porno hat das Potential zum Rauschmittel. Schon 2014 verkündete das Max-Planck-Institut für Bildungsforschung: Pornovideos verändern das Gehirn. Die Wissenschaftler scannten die Gehirntätigkeit von 64 Männern und stellten fest, dass bei den Probanden, die regelmäßig Sexfilme sahen, das Belohnungssystem des Gehirns auffällig klein war. „Das könnte bedeuten, dass der regelmäßige Konsum von Pornografie das Belohnungssystem gewissermaßen ausleiert“, erläutert Studien-Autorin Simone Kühn. Die Forscher vermuten eine ähnlichen Effekt wie bei anderen Suchtmitteln: Der User muss die Dosis ständig steigern, um einen lustvollen Effekt zu erzielen.

    Aber wo endet der Genuss, und wo beginnt die Sucht? Eine klare Grenze lässt sich auch beim Pornokonsum nur schwer ziehen. „Ein mögliches Anzeichen ist, wenn ich mir ohne Pornos keinen mehr runterholen kann“, sagt Marcus Behrens. Ein weiteres Indiz: Schadet mir der Spaß schon im Alltag? Riskiere ich zum Beispiel eine Abmahnung, indem ich auf dem Bürorechner Pornoseiten aufrufe? Wie bei allen Abhängigkeiten gilt auch hier: Sobald Kollegen, Freunde oder Familienmitglieder in Mitleidenschaft gezogen werden, sollte man sein Konsumverhalten unter die Lupe nehmen.

    Ursache für den übermäßigen Konsum von Sexfilmen – wie auch echtem Sex – sind laut Marcus Behrens in vielen Fällen Einsamkeits- und Minderwertigkeitsgefühle. Bei schwulen Männern oft verstärkt durch Selbsthass, Fachleute sprechen dann von internalisierter Homophobie. „Die Betroffenen haben das Gefühl: Irgendwas läuft bei mir nicht richtig“, erklärt Behrens. „Dann suchen sie – bewusst oder unbewusst – nach einer Lösung und probieren verschiedene Hilfsmittel aus.“ Pornokonsum sei nur eines unter vielen. Meist wirken mehrere zusammen. „Es hängt stark davon ab, welcher Suchtstoff verfügbar ist und bei mir funktioniert“, erläutert Marcus Behrens. „Für den einen ist es Einkaufen, für den anderen Porno.“

    Symbolbild für intensiven Pornokonsum, Suchtverhalten und die Frage, ab wann Porno den Alltag belastet.

    Pornokonsum einordnen: Kein Automatismus zur Porno Sucht

    Das heißt aber nun nicht, dass jeder, der Pornos guckt, in Gefahr schwebt. „Es ist sinnvoll, Menschen zu helfen, die unter ihrer Sexualität leiden“, betont Marcus Behrens, „aber gerade wenn es um Pornokonsum und Sexualität geht, heißt es immer schnell: Uiuiui, das ist entweder krank oder kriminell. Diese Moralisierung ist falsch.“ Die meisten Männer könnten ihren Pornokonsum problemlos dosieren.

    Und auch die Warnung vor pornobedingter Impotenz hält der Berliner Psychologe für übertrieben – auch wenn seine britische Kollegin auf ein interessantes Phänomen hingewiesen habe: Erektionsstörung durch zu viel Fantasiesex. Den Effekt kennen Psychologen von Strafgefangenen. Auch die kriegen oft keinen hoch, wenn sie nach einer langen Haftstrafe endlich wieder mit ihrem Freund oder ihrer Freundin schlafen dürfen. Sie haben verlernt, mit einem Menschen Lust zu empfinden, den sie nicht nur sehen, sondern auch riechen, schmecken und fühlen. „Das Hirn ist dann auf Fantasie gepolt“, erklärt Marcus Behrens. „Geil ist nur noch das, was vor meinem inneren Auge abläuft – eine Art Porno, bei dem ich Regie führe.“ Die jungen Engländer stehen vermutlich vor ähnlichen Anpassungsschwierigkeiten: Sie müssen von zweidimensionalen Pornos auf dreidimensionalen Sex umschalten – mit einem Partner aus Fleisch und Blut. Aber keine Sorge, sagt Marcus Behrens: „Sexualität kann man immer wieder neu lernen.“

    FAQ zu Porno und Pornokonsum: Genuss, Risiko, Pornosucht

    In diesem FAQ zu Porno und Pornokonsum beantworten wir häufige Fragen: Was ist Porno, ab wann wird Pornokonsum zur Pornosucht, welche Rolle spielt das Gehirn und woran merke ich, dass es mir oder meinem Alltag schadet?

    Was ist Porno eigentlich?

    Porno meint bewusst sexuell erregend produzierte Bilder oder Videos. Sie zeigen inszenierten Sex, sind geschnitten, ausgeleuchtet und folgen oft bestimmten Fantasien oder Klischees. Sie bilden Sexualität nur ausschnitthaft ab und sind kein realistischer Leitfaden für echten Sex.

    Ist Pornokonsum grundsätzlich ungesund?

    Nach heutigem Stand ist normaler Pornokonsum für viele Menschen unproblematisch. Entscheidend ist weniger, ob ich Porno schaue, sondern wie stark es mich beschäftigt: Habe ich noch Lust auf echten Kontakt, kann ich meinen Konsum steuern?

    Ab wann ist man porno süchtig?

    Es gibt keine fixe Zahl an Minuten oder Videos. Von problematischem Pornokonsum wird eher gesprochen, wenn mehrere Punkte zusammenkommen: Ich verliere Kontrolle über die Häufigkeit, kann ohne Porno kaum masturbieren, vernachlässige Schlaf, Arbeit, Beziehungen oder andere Interessen und leide selbst darunter.

    Können Pornos das Gehirn verändern?

    Studien zeigen, dass intensiver Pornokonsum mit Veränderungen im Belohnungssystem des Gehirns einhergehen kann. Ähnlich wie bei anderen Gewohnheiten kann sich das System an starke Reize gewöhnen, sodass manche Menschen immer mehr oder immer extremere Inhalte brauchen. Das bedeutet nicht automatisch Sucht, zeigt aber, dass Dosis und Kontext wichtig sind.

    Was sind Warnzeichen für problematischen Pornokonsum?

    Warnzeichen können sein: Ich brauche immer stärkere Reize, um mich zu erregen; ich fühle mich nach dem Schauen beschämt oder leer; ich nutze Porno vor allem gegen Einsamkeit, Stress oder Selbsthass; ich schaue trotz negativer Folgen weiter, etwa Konflikte in Beziehungen, Probleme im Job oder weniger Interesse an echten Begegnungen.

    Welche Rolle spielen Einsamkeit und Minderwertigkeitsgefühle?

    Viele Betroffene berichten, dass Pornokonsum zunimmt, wenn sie sich einsam, abgewertet oder „falsch“ fühlen. Porno bietet dann kurzfristig Ablenkung, Bestätigung oder Betäubung. Gerade bei queeren und schwulen Männern können zusätzliche Faktoren wie internalisierte Homophobie eine Rolle spielen.

    Was kann ich tun, wenn ich das Gefühl habe, zu viel Porno zu schauen?

    Hilfreich kann sein, den eigenen Pornokonsum eine Zeit lang zu beobachten: Wann, wie oft, in welchen Situationen und mit welchem Gefühl davor und danach? Kleine Experimente wie pornofreie Tage, alternative Strategien gegen Stress oder bewusst mehr körperliche Nähe im realen Leben können Hinweise geben. Wenn Leidensdruck oder Kontrollverlust groß sind, ist eine Beratung oder Therapie eine gute Option.

    Ist es sinnvoll, Porno komplett zu verbieten oder moralisch zu verurteilen?

    Die meisten Fachleute sehen Moralisierung kritisch. Ein komplettes Verbot löst selten die zugrunde liegenden Themen wie Einsamkeit, Scham oder fehlende Nähe. Sinnvoller ist ein nüchterner Blick: Tut mir mein Pornokonsum gut, passt er zu meinem Leben – oder überdeckt er eigentlich andere Probleme?

    Wo finde ich Hilfe, wenn ich über Porno und Pornosucht sprechen möchte?

    Anlaufstellen können sexualpädagogische oder schwule Beratungsstellen, Suchtberatungen, psychotherapeutische Praxen oder Onlineberatungen sein. Wichtig ist, dass dort offen über Sexualität gesprochen werden kann, ohne Verurteilung. Ein Gespräch bedeutet nicht automatisch, dass man „süchtig“ ist, sondern kann helfen, Klarheit zu gewinnen.

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  • Queeres Leben nach einem Jahr Pandemie: “Wir sind systemrelevant”

    Queeres Leben nach einem Jahr Pandemie: “Wir sind systemrelevant”

    Covid-19 bestimmt seit mittlerweile mehr als einem Jahr unseren Alltag und verändert subkukturelle Räume und Safer Spaces. Wie sieht queeres Leben während der Pandemie in Deutschland aus? Eine Zwischenbilanz.

    Nichts beschäftigt uns seit letztem Jahr so sehr wie die Corona-Pandemie und die darauf folgenden Einschränkungen. Ob Lockdown Light, Wellenbrecher-Lockdown oder Harter Lockdown, fest steht, dass Einrichtungen des öffentlichen Lebens seither als Gesundheitsrisiko gelten, darunter auch Safe Spaces für queere Menschen. Die Be­trei­be­r*in­nen von Darkrooms, Bars oder Clubs haben mit kurzer Unterbrechung seither quasi Berufsverbot, die Mitarbeiter*innen sind in Kurzarbeit oder ohne Aufträge. 

    In der Krise schränken auch viele Hilfseinrichtungen ihr Angebot ein oder bieten ihre Beratungsgespräche nun lediglich online oder telefonisch an. Die Fachstelle für queere Geflüchtete der Schwulenberatung Berlin geht dabei anders vor. Hans Kalben ist Sozialpädagoge und seit 2015 Teamleiter der Fachstelle. “Die Hürden für digitale Termine sind für unsere Zielgruppe oftmals zu hoch”, sagt Kalben. Zwar arbeite Kalben mittlerweile häufiger aus dem Homeoffice, ein großer Teil der Beratungsgespräche finde aber noch immer vor Ort statt: “Viele Geflüchtete haben kein Endgerät oder W-Lan oder finden in der Gemeinschaftsunterkunft einfach keine Privatsphäre.”

    In der Krise schränken viele Hilfseinrichtungen ihr Angebot ein.

    Vor Ausbruch der Pandemie fand jeden Dienstag und Freitag ein Treffen im Café Kuchus in Berlin-Kreuzberg statt, zu dem sich niemand anmelden musste. Zwar kommuniziere die Beratungsstelle aktuell, dass die Treffen coronabedingt ausfallen, inoffiziel stehen aber immer Mitarbeitende für Beratungsgespräche bereit: “Wir haben die Erfahrung gemacht, dass trotzdem immer viele Menschen kommen, die Hilfe brauchen.” Seit letztem März gebe es einen verstärkten Bedarf an Beratungsgesprächen und das obwohl weniger Menschen neu in Deutschland ankommen als vor Ausbruch der Krise. “Menschen, die schon länger illegalisiert im Land leben und die sich sonst mit Sexarbeit oder anderen prekären Beschäftigungsverhältnissen über Wasser halten, haben verstärk Hilfe in Anspruch genommen”, sagt Kalben. Durch den Lockdown sei ein Asylverfahren für viele dieser Menschen die letzte Chance. 

    Negative Asylbescheide und Abschiebungen trotz Corona

    Was Kalben und seinem Team seit einem Jahr immer wieder schwerfalle, sei die richtige Kommunikation der Corona-Schutzmaßnahmen. “Geflüchtete in Gemeinschaftsunterkünften haben gar nicht die Möglichkeit sich zu schützen oder alle Corona-Hygienemaßnahmen einzuhalten”, sagt er. Belastend sei auch die Sorge, Geflüchtete in den Beratungsgesprächen mit Covid-19 zu infizieren. Um dies zu verhindern, arbeite die Beratungsstelle mit Spuckschutztrennwänden, Aerosolgeräten, Masken und Abstandsregeln: “Es ist eine tägliche Herausforderung, bestmöglich zu beraten und gesundheitliche Risiken dabei zu vermeiden.” 

    Abschiebungen finden weiterhin statt, obwohl sich die Situation in vielen Herkunftsländern der Geflüchteten dramatisch verschlechterte.

    Trotz Lockdown und Krisenlage laufe die Arbeit in den Behörden und beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge weiter. So erhalten Geflüchtete trotz Pandemie, laut Kalben, weiterhin negative Asylbescheide ohne dass die Fristen dabei der besonderen Situation angepasst seien. Selbst Abschiebungen finden weiterhin statt, obwohl sich die Situation in vielen Herkunftsländern der Geflüchteten dramatisch verschlechterte. “Ein Asylverfahren ist immer schwierig, die Pandemie macht es aber noch komplizierter, alle Fristen pünktlich einzuhalten”, sagt Kalben.

    Aufgrund des weltweiten Gesundheitsnotstandes gab es in Krankenhäusern immer wieder die Anweisung, planbare Operationen zu verschieben. Betroffen waren davon auch geschlechtsangleichende Operationen bei trans Menschen, die, sofern es dabei nicht um die Behandlung von Komplikationen ging, nicht als medizinisch notwendig galten. Krankenhäuser arbeiten seit mehr als einem Jahr am Limit, weshalb Kundgebungen und Pride-Paraden mittlerweile online statt auf der Straße veranstaltet werden. DJ-Sets queerer Clubs finden derzeit nur noch als Livestream statt. 

    Digitales Queeres Leben

    Das Pornfilmfestival Berlin, das engen Körperkontakt eigentlich voraussetzt, fand letztes Jahr lediglich vor einer kleinen Anzahl von Gästen statt. “Es war teilweise frustrierend an einem Festival zu arbeiten, das nicht so werden kann und darf, wie man es sich eigentlich wünscht”, sagt Kuratorin Paulita Pappel. Die wenigen Tickets, die es zur Verfügung gab, waren nach kurzer Zeit ausverkauft. “Das war bei der reduzierten Anzahl an Kinoplätzen aber auch nicht schwer”, sagt Paulita Pappel. Neben ihrer Tätigkeit für das Festival besitzt sie die Online-Plattform „Lustery, auf der privat gefilmte Videos von Paaren zu sehen sind. Während viele Pornoproduktionen aufgrund des Lockdowns gestoppt wurden, stellte sich die Plattform als pandemiesicheres Modell heraus: “Wir haben während der Krise mehr Einreichungen erhalten und hatten eine größere Anzahl an Zuschauer*innen.” 

    Durch den Verlust vieler Veranstaltungen sorgt die Pandemie dafür, dass die Sichtbarkeit queeren Lebens in deutschen Städten seit mehr als einem Jahr stark eingeschränkt ist. Die Einweihungsfeier eines Projekts in Mainz fiel der Pandemie zum Opfer. Die Eröffnung des queeren Wohnprojekts Queer im Quatier, das letzten Februar in der Mainzer Neustadt eröffnet wurde, fiel auf den Beginn des ersten Lockdowns in Deutschland. Joachim Schulte, 67, plante das Wohnprojekt in den letzten Jahren und musste die Einweihungsparty auf Zoom veranstalten. Kurz vor der Pandemie bezogen 32 queere Menschen unterschiedlichen Alters 21 Wohnungen in Mainz. Das Wohnprojekt, das als Safe Space gedacht war, funktioniere während der Krise aber nur sehr eingeschränkt. “Wir hätten uns alle in der Einstiegsphase des Projekts gerne besser kennengelernt”, sagt Schulte.

    Grafik von 6 Personen, die eine Corona-Maske tragen, wobei jede Person in einer Farbe der Regenbogenfahne eingefärbt ist.

    Likes und ein “Yaas” statt Umarmungen und Küsse

    So treffe man sich derzeit meist am Müllcontainer oder wenn jemand vom Einkaufen komme. Das Herzstück des Wohnprojekts könne aufgrund der geltenden Hygienemaßnahmen aktuell nicht genutzt werden: “Die Gemeinschaftswohnung, die wir als Treffpunkt für alle nutzen wollten, steht leer.” Da viele Bewohner*innen  zur Risikogruppe gehören, sei man besonders vorsichtig: “Im Sommer haben wir uns zwar auf Abstand im Park getroffen, dabei konnten wir uns aber nicht wirklich kennenlernen.” Abseits der Zoom-Konferenzen plane die Gruppe aber kleinere coronakonforme Aktionen. So backen manche Bewohner*innen Kuchen, legen ihn in die Gemeinschaftswohnung und geben allen Bescheid, dass sie sich nacheinander ein Stück abholen können. All die verpasste Zeit zusammen, wolle man nach der Krise nachholen. “Es herrscht große Enttäuschung, dass wir die Gemeinschaft nur begrenzt genießen können.”

    Im Corona-Jahr 2020 gab es nur wenige Gelegenheit sich als queere Gemeinschaft zusammenzufinden und sichtbar zu sein. Dragqueen Pansy aus Berlin arbeitet mittlerweile im Impfzentrum und verlegt ihre Drag-Shows ins Netz. Umarmungen und Küsse wurden zu Likes und einem “Yaas” in den Kommentarspalten. Zwar zogen vereinzelt kleinere Demonstrationen wie der “Dyke March” in Berlin durch die Straßen, dabei sollten jedoch alle wenn möglich auf den Mindestabstand achten und einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Selbst das zweite Jahr der Pandemie scheint von Lockdowns bestimmt, Großveranstaltungen sind noch immer in weiter Ferne. 

    Abseits privater Wohnräume

    Abseits privater Wohnräume gibt es also seit Ausbruch der Krise nur wenig Gelegenheiten, sich in queeren Einrichtungen zu treffen. Zwar wurden bereits viele Wirtschaftshilfen verabschiedet, viele Betriebe und Menschen, die diese besuchen, leiden nach einem Jahr Pandemie und Dauerlockdown aber an den Folgen der Krise. Lokale mit Darkrooms sind mit kurzen Unterbrechungen im Sommer letzten Jahres deutschlandweit geschlossen. Thomas Pfizenmaier, der die Fetisch- und Cruising-Bar New Action in Berlin-Schöneberg und eine weitere Fetischbar in Hamburg betreibt, fand zwischen den Lockdowns eine andere Möglichkeit, Umsatz für seinen Betrieb zu generieren. Gleich nachdem seine Bar nach dem ersten Lockdown wieder öffnen durfte, beantrage Pfizenmaier eine Nutzungserlaubnis zur Außengastronomie. 

    Kaffee und Kuchen statt Fetisch und Sex

    „Mein Lebenspartner hat sich dann in die Küche gestellt und Kuchen gebacken“, sagt er. Er wolle nicht auf Spenden setzen und so servierte er zwischenzeitlich in seinem Pop-Up-Café “Corinna” tagsüber Kaffee und Kuchen, obwohl die Fetischbar sonst immer nur nachts geöffnet war. Eine Zwischenlösung für den Sommer, die aber nicht mehr viel mit Fetisch, Darkroom oder Sex zu tun hat. Da die beantragten Coronahilfen lediglich für betriebliche Kosten genutzt werden dürfen, lebe er als Barbetreiber schon seit März von seinen Ersparnissen: „Ich brauche mittlerweile seit fast einem Jahr meine selbstersparte Rente auf.“ Derzeit denke er aber noch nicht ans Aufgeben, obwohl die Verluste immer größer werden und seine Ver­mie­te­r*in­nen ihm anscheinend nicht entgegenkommen: „In Hamburg gab es während der Krise sogar eine Mieterhöhung.“ 

    „Ich brauche mittlerweile seit fast einem Jahr meine selbstersparte Rente auf.“

    Pfizenmaier denkt, dass sich viele schwule Männer während der Pandemie Schutzräume im Privaten suchen. Dort werden aber, anders als im New Action, weder Namen, Meldeadressen oder Ankunfts- und Ausgangszeit vermerkt. „Wenn sich zig Männer über Online-Plattformen zu Hause verabreden und etwas passiert, kann dieses potentielle Infektionsgeschehen weder kontrolliert noch nachverfolgt werden.“

    „Wir sind systemrelevant für den Erhalt schwuler Kultur, Lebensformen und alternativer familiärer Verhältnisse.”

    Zumindest aktuell geht Pfizenmaier davon aus, dass das “New Action” nach der Krise wieder für seine Kunden öffnen wird. „Ich hoffe, dass sich die schwule Community nach der Pandemie darauf besinnt, wer ihnen über das Jahr hinweg die Stange gehalten hat“, sagt er. Seine Bar sei nicht einfach nur ein gastronomischer Betrieb, sondern diene wie alle anderen queeren Lokale als wichtiger Schutzraum für schwule Subkulturen: „Wir sind systemrelevant für den Erhalt schwuler Kultur, Lebensformen und alternativer familiärer Verhältnisse.”

    Eine Einwegmaske in Herzform auf rotem Hintergrund. Daneben 6 Personen, wobei jede Person in einer Farbe des Regenbogens dargestellt ist.

    IWWIT ist für euch da! 

    Auch die queere Szene ist von der Coronavirus-Pandemie betroffen, sei es durch mögliche Einsamkeit in der Isolation oder durch finanzielle Schwierigkeiten.

    Doch wir lassen euch nicht hängen! Deswegen haben wir unsere Kampagne #WirFürQueer ins Leben gerufen: Ihr seid nicht allein! Wir helfen uns gegenseitig! Gemeinsam schaffen wir es durch diese harten Zeiten! Mehr Infos findet ihr auf iwwit.de/wir-fuer-queer.

    Auf gayhealthchat.de beraten wir dich zudem täglich zwischen 17 und 20 Uhr – schnell, vertraulich und kostenlos.

  • Tod eines Porno-Darstellers

    Tod eines Porno-Darstellers

    Im Jahr 2004 beginnt ein 19-jähriger New Yorker eine Karriere als Pornodarsteller. Sechs Jahre später ist er tot. Chad Noel starb am 17. März 2010, möglicherweise „nach kurzer Krankheit im Zusammenhang mit Komplikationen, die durch HIV ausgelöst wurden“. So jedenfalls heißt es in einer Mitteilung eines Freundes auf einer Website für Nachrufe. Er und auch die Familie des Verstorbenen fragen sich: Wie kam es dazu?   

    Ein junger Pornodarsteller und sein früher Tod

    Unter dem Pseudonym Donny Price machte Chad Noel seine ersten Erfahrungen als Hardcore-Darsteller. Seinen ersten Auftrag erhielt er beim Label Cobra Video, bei dem 2004 “Every Poolboy’s Dream” veröffentlicht wurde. Ein Film, der später noch für einen Skandal sorgte: Chad Noel agierte gemeinsam mit dem damals noch minderjährigen Pornostar Brent Corrigan, der sich durch einen gefälschten Ausweis als Volljähriger ausgegeben hatte.   

    Chad wechselte zu den Helix-Studios und wurde dort als Craven Cox bekannt, später machte er bei diversen Fetischvideos als Kyle Young mit.   

    Chad Noel, ehemaliger Pornodarsteller, verstorben 2010
    Chad Noel wurde unter dem Namen Donny Price bekannt und verstarb mit 25 Jahren.

    HIV-Verdacht und Risiken in der Pornobranche

    Die Website “Gay Porn Gossip”, die als erstes den Tod des 25-jährigen vermeldete, spekuliert nun über die Möglichkeit, dass sich Chad während seiner Arbeit für die Helix-Studios infiziert haben könnte. Dort werden so genannte „Bareback“-Filme produziert. Freunde von Chad hegen diese Vermutung, eine Bestätigung dafür gäbe es aber nicht. Allerdings hätten bereits öfters junge Helix-Darsteller gegenüber Gay Porn Gossip geäußert, bei ihnen sei eine HIV-Infektion festgestellt worden.   

    Wer trägt Verantwortung für die Gesundheit der Pornodarstellern?

    Sie selbst? Die Produzenten? Die Konsumenten der Filme?   

    In der US-Hardcore-Branche tobt bereits seit längerem eine heftige Diskussion. Darin steht die Frage nach der Verantwortung der Filmemacher im Vordergrund. Produzent Chi Chi LaRue apellierte in einem Kampagnenvideo an Akteure wie Konsumenten, das Kondom nicht zu vergessen.   

    In Kalifornien gab es zudem einen Vorstoß, über das Arbeitsrecht die Regeln für mögliche gesundheitliche Gefährdungen auszuweiten und eine Kondompflicht in Pornos einzuführen.   

  • Tipps und Hilfestellungen: Wenn der Pornokonsum problematisch wird …

    Tipps und Hilfestellungen: Wenn der Pornokonsum problematisch wird …

    Pornografie ist eine uralte Kulturtechnik. Aber noch nie war sie so leicht zu haben wie heute. Dank W-LAN und Smartphone muss kein Schwuler mehr ins schmuddelige Bahnhofskino, wenn er Sexfilme sehen will. Das ist geil. Nun stellt sich die Frage: Wie viel Porno tut uns gut? Ist das schon Pornosucht?

    Checkliste: Wie viel Porno ist zu viel?

    „Das ist die falsche Frage“, sagte Peer Briken, Direktor des Instituts für Sexualforschung und Forensische Psychiatrie an der Hamburger Uniklinik. Entscheidend ist nicht, wie häufig ein Mann masturbiert, sondern wie sehr es ihn stört. „Wenn der Patient nicht unter seinem Verlangen leidet, sollte man als Arzt auch keine Diagnose stellen“, betont Briken in der Süddeutschen Zeitung. Porno- oder Sexgewohnheiten werden erst dann zum Problem, wenn sie deinen Alltag und dein soziales Umfeld stark beeinträchtigen: den Partner, die Freunde, die Arbeitskollegen. Aber wo genau verläuft die Grenze? Das ist gar nicht so einfach zu sagen. Die folgenden Fragen können dir helfen, deinen Pornokonsum auf den Prüfstand stellen:

    • Ohne Porno bekomme ich nur noch selten einen hoch.
    • Ich gucke auch am Büro-Rechner öfter mal einen Porno.
    • Ich komme öfter zu spät zur Arbeit, weil ich davor die ganze Nacht am Rechner war.
    • Wenn ich Stress oder Langeweile habe, lenke ich mich mit einem Porno ab.
    • Ich kümmere mich nicht mehr um mein Hobby. Alles dreht sich nur noch um Sexualität.
    • Mein Smartphone liegt immer neben meinem Bett. Ich will nicht verpassen, falls mich bei Gayromeo ein netter Kerl anschreibt.
    • Vor dem Ficken muss ich mir erst einmal ordentlich einen antütern – um dann Sex zu haben, den ich hinterher furchtbar finde.

    Zu viel Porno: So kontrollierst du deinen Konsum

    Ehrlich machen. Das Schwierige an Sucht ist: Sie verletzt das Ego. Denn sie bedeutet: Ich habe die Kontrolle verloren. Und das gestehen sich gerade Männer nur ungerne ein. Das Leugnen der Probleme ist Teil der Krankheit.

    Logbuch führen. Überprüfe einmal, wann du wie lange Pornos guckst. Notiere es am besten über einen längeren Zeitraum in einem Logbuch. Diese Aufmerksamkeit führt häufig schon zu ersten Verbesserungen. Denn dann fragst du dich automatisch: Muss ich jetzt unbedingt gucken, oder halte ich noch länger ohne aus?

    Ziele festlegen. Entwickle einen persönlichen Ausstiegsplan, um Pornos und Sex so zu genießen, dass sie nicht mehr deine ganze Zeit und Energie fressen. Wichtig ist dabei:

    • Wann fange ich mit dem Verzicht an?
    • Wie schnell reduziere ich meinen Konsum?
    • Was ist erlaubt? Was nicht? Klare Grenzen sind sehr wichtig.
    • Will ich völlig abstinent sein, oder sind Ausnahmen drin („Samstags ein Porno ist okay“)? Bei Suchtverhalten sind Ausnahmen heikel. Denn sie erfordern extreme Disziplin.

    Mit Rückfällen rechnen. Zu jeder Suchttherapie gehören Rückfälle. Du musst lernen, mit diesen Enttäuschungen umzugehen und danach neu anzusetzen.

    Hypersexualität – eine echte Krankheit?

    Die Sucht nach Pornos ist es aber oft nicht alleine. Meist mischen sich verschiedene Arten von Suchtverhalten: Häufiges Pornogucken. Zwanghaftes Masturbieren. Viele Sexdates, die nach dem Sex ein schales Gefühl hinterlassen, oft in Verbindung mit anderen Suchtstoffen wie Alkohol, Poppers oder Methamphetaminen. Die große Gemeinsamkeit: Die betroffenen Männer empfinden ihr Sexleben als Belastung. Die medizinische Diagnose lautet Hypersexualität. Studien schätzen, dass bis zu sechs Prozent der Bevölkerung phasenweise an ihr leiden. Drei Viertel der Betroffenen sind Männer. Aber das Phänomen ist umstritten. Bisher hat die Weltgesundheitsorganisation die Hypersexualität noch nicht in ihren Katalog der Impulskontrollstörungen (ICD) aufgenommen. Deshalb übernehmen Krankenkassen nicht immer die Behandlungskosten.

    Selbsthilfe: die anonymen Sexsüchtigen

    Selbsthilfegruppen sind eine gute Unterstützung bei allen Suchtproblemen. Die Besucher teilen ihre Erfahrungen und unterstützen sich gegenseitig dabei „sexuell nüchtern“ zu werden. Das Gute daran: Die ehrenamtlich organisierten Meetings kosten nichts, und es gibt sie in allen Metropolen. Eher schwierig: Die Gruppen sind autonom. Mit welchen Methoden sie arbeiten und ob sie Schwule herzlich aufnehmen, weiß man vorher nicht. Einfach hingehen und ausprobieren, ob es passt.

    Die meisten Angebote basieren auf den zwölf Grundsätzen der Anonymen Alkoholiker. Der wichtigste lautet: Nichts dringt nach draußen! Die Teilnehmer können ganz offen über ihre Pronosucht sprechen. Ein weiteres Prinzip ist das Vertrauen auf „eine höhere Macht“. Mit diesem transzendenten, oft religiös verstandenen Ansatz solltest du etwas anfangen können. Hier findest du weitere Selbsthilfe-Informationen:

    Vorsicht vor Scharlatanen

    Pornografie ist ein moralisch explosives Thema. Einige Hilfsangebote in Sachen Pornosucht führen geradewegs zu Organisationen wie dem DIJG. Das hält Homosexualität per se für eine psychische Krankheit und verspricht, nicht nur deine Pornosucht, sondern auch deine Homosexualität zu kurieren. Das ist pseudo-wissenschaftlicher Humbug, der psychische Probleme sogar noch verstärken kann.

    Therapiemöglichkeiten bei Pornosucht
    Pornos und Sex sind so geil, dass sie – ähnlich wie Drogen – einen Kick verleihen. In seltenen Fällen führen sie zu Abhängigkeit. Dann sollte man sie so behandeln wie andere Abhängigkeiten auch. Medikamente werden selten eingesetzt. Besonders erfolgsversprechend sind Psychotherapien. Dabei gibt es mehrere Behandlungsphasen.

    Kontrolle zurückgewinnen. Am Anfang steht meist eine praxisorientiere Verhaltenstherapie. Patient und Therapeut besprechen, wie dieser seinen Sex- oder Pornokonsum besser steuern kann. Die Maßnahmen sind oft simpel, zum Beispiel indem der User eine Filter-Software installiert, die seine Lieblingsseiten im Netz stoppt.

    Alternativen finden. Der Patient lernt zudem, anders auf negative Gefühle wie Angst oder Einsamkeit zu reagieren. Sport ist ein bewährter „Ersatzstoff“. Entlastend sind auch Atem- und Achtsamkeitsübungen.

    Ursachen ergründen. Eine Psychotherapie zieht sich oft über Jahre hin, dafür sind die Erfolgsaussichten gut. Die Patienten finden dabei heraus, wie sich problematische Verhaltensmuster aus der eigenen Lebensgeschichte erklären lassen – und wie man gut mit ihnen leben kann.

    Psychotherapeutische Unterstützung bei Pornosucht oder Sexsucht:

    • Bundesweit: Einen auf Sexualität spezialisierten Therapeuten in deiner Nähe findest du über die Website der Deutschen Gesellschaft für Sexualmedizin, Sexualtherapie und Sexualwissenschaft (DGSMTW): www.dgsmtw.de
    • Hannover: Sexualmedizinisches Kompetenzzentrum: www.smk-hannover.de
    • Hamburg: Institut für Sexualforschung und Forensische Psychiatrie: www.uke.de
    • Berlin: Institut für Sexualwissenschaft und Sexualmedizin der Charité: sexualmedizin.charite.de

    Porno- oder Sexgewohnheiten werden erst dann zum Problem, wenn sie deinen Alltag und dein soziales Umfeld stark beeinträchtigen: den Partner, die Freunde, die Arbeitskollegen.

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